19

Absturzsicherung bauseits Seitenschutz mit Auffangnetzen

Ein Auffangnetz als Seitenschutz muss mindestens so wirkungsvoll sein wie ein konventioneller dreiteiliger Seitenschutz - Seitenschutzbauteile können auch mit Auffangnetzen nach EN 1263 errichtet werden - Die Netze müssen jährlich neu geprüft werden. Für den Seitenschutz mit Auffangnetzen sind zwei Systeme möglich: - System 1: Als Ersatz für den Geländerholm dient ein vorgespanntes Drahtseil (nach EN 13374: bei 30 kg Last max. 55 mm Verformung). Das Drahtseil muss überall mindestens 1,0 m über der fertig erstellten Standfläche liegen. - System 2: Seitenschutz mit Auffangnetz ohne vorgespanntes Drahtseil: Die Netzoberkante muss überall mindestens 1, 5 m über der fertig erstellten Standfläche liegen.  Das Auffangnetz ist seitlich und nach unten wirksam verbunden: - mit anderen vertikalen oder horizontalen Auffangnetzen - mit dem Gebäude - mit anderen Bauteilen Die ganze Seitenschutz-Konstruktion sowie deren Befestigungen sind so dimensioniert, dass sie die auftretenden Kräfte aufnehmen können (Vorspannung, abstürzende Person; Vorspannkraft und Werte gemäss EN 13374, an ungünstigsten Stellen vertikal 125 kg anbringen). Die ganze Seitenschutz-Konstruktion ist tragfähig und stabil erstellt, z. B. an Stützen geschraubt, mit normierten Bauteilen verbunden/festgeklemmt oder mit Spanngurten festgezurrt (keine Kabelbinder). Beim Aufbau des Seitenschutzsystems sind die Angaben des Herstellers zu berücksichtigen. 

Absturzsicherung bauseits Seitenschutz mit rot-weissen Absperrlatten

- Ab einer Absturzhöhe von 2 Metern ist ein dreiteiliger Seitenschutz zu erstellen. - Rot-weisse Absperrlatten haben einen kleineren Querschnitt als die gebräuchlichen Holzlatten für den Seitenschutz. Deshalb sind sie weniger stabil und erfordern einen geringeren Pfostenabstand. - Der maximale Pfostenabstand beträgt 2,1 m. - Die Pfosten sind stabil zu befestigen. Sie dürfen nicht verschoben werden oder kippen können. - Der Seitenschutz besteht aus Geländerholm, Zwischenholm(en), Bordbrett und Pfosten. - Die Längsbauteile sind so zu befestigen, dass sie gegen unbeabsichtigtes Verschieben oder Herausfallen gesichert sind. - Beschädigte Bretter müssen aussortiert werden. - Ist bei einer horizontalen Belastung von 30 kg die Auslenkung des Seitenschutzes grösser als 55 mm, muss der Pfostenabstand verkleinert werden.

Absturzsicherung bauseits Seitenschutz konventionell

- Ab einer Absturzhöhe von 2 Metern ist ein dreiteiliger Seitenschutz zu erstellen. - Wird bei Hochbauarbeiten die Absturzhöhe von 3 m überschritten, so ist ein Fassadengerüst zu erstellen. - Der Seitenschutz besteht aus Geländerholm, Zwischenholm(en), Bordbrett und Pfosten. - Die Längsbauteile sind so zu befestigen, dass sie gegen unbeabsichtigtes Verschieben oder Herausfallen gesichert sind. - Die Abmessungen der Holzquerschnitte (Massivholz) für Geländerholm, Zwischenholm und Bordbrett betragen in der Regel 15*2,6 cm bei einem Pfostenabstand von höchstens 2,5 m. - Wenn ein Hersteller die Einhaltung der SN EN 13374 nachweisen kann, ist es möglich, einen Seitenschutz mit anderen Querschnitten, Materialien und Pfostenabständen herzustellen. - Auch Rahmen, Gitter und Netze sind unter Einhaltung der SN EN 13374 zulässig.

Absturzsicherung bauseits Auffangnetz

- Im Skelett- und Elementbau müssen zum Schutz gegen Personenabstürze nach innen ab einer Absturzhöhe von 3 m Auffangnetze montiert werden. - Sturzstellen nach aussen sind ab 2 m Absturzhöhe grundsätzlich mit einem Seitenschutz zu sichern. Bei montierten Auffangnetzen braucht es auf den nicht durch weitere Netzfelder gesicherten Seiten übergangslos einen umlaufenden Seitenschutz. - Es dürfen nur Auffangnetze eingesetzt werden, die nach SN EN 1263 geprüft wurden. - Die Auffangnetze müssen jährlich neu geprüft werden (Prüffadentest im Labor). - Die Stabilität der Tragstruktur muss gewähr- leistet sein und jederzeit nachgewiesen werden können. - Auffangnetze dürfen nur von dafür geschulten Fachleuten montiert werden. - Die Montage von Auffangnetzen erfolgt von Hubarbeitsbühnen aus (Teleskop- oder Scherenhebebühnen). - Netzmontagen mit tragbaren Leitern sind zu unter- lassen, weil zu gefährlich. Leitern sind keine Arbeitsplätze! - Das Arbeiten mit dem Sicherungsseil (PSA gegen Absturz) ist nur zulässig, wenn es technisch nicht anders möglich ist. Solche Arbeiten dürfen nur durch nachweislich geschulte Personen aus- geführt werden.

Arbeits- / Schutzgerüste Fassadengerüst Leichtes Arbeitsgerüst (Verputz-/Malergerüst)

- Wird bei Hochbauarbeiten die Absturzhöhe von 3 m überschritten, so ist ein Fassadengerüst zu erstellen. - Nach Fertigstellung des Kellergeschosses, müssen umgehend die Hinterfüllungsarbeiten ausgeführt werden, damit das Gerüst vor Aufnahme der Arbeiten im 1. OG gestellt werden kann. - Der oberste Geländerholm muss die höchste Absturzkante immer um mindestens 80 cm überragen. - Der Abstand des Belags zur Fassade darf in keiner Bauphase 30 cm übersteigen. Das ist in der Bauablaufplanung zu berücksichtigen. - Je nach Art des Bauwerks und des Bauablaufs sind Konsolgänge oder doppelte Innengeländer (ab einer Absturzhöhe von 2 m ins Gebäudeinnere) erforderlich.

Arbeits- / Schutzgerüste Gerüst am Dachrand Flachdach bis 10°

- An Dachrändern sind ab einer Absturzhöhe von 3 m Massnahmen zu treffen, um Abstürze zu verhindern.

Arbeits- / Schutzgerüste Gerüst am Dachrand Dachneigung bis 25°: Spenglergang

- An Dachrändern sind ab einer Absturzhöhe von 3 m Massnahmen zu treffen, um Abstürze zu verhindern. - Der Spenglergang ist maximal 1 m unterhalb der Absturzkante zu erstellen. - Der Belag des Spenglergangs ist für eine dynamische Beanspruchung zu bemessen, wie sie zum Beispiel bei einem Sturz vom Dach auftreten kann. - Der Seitenschutz des Spenglergangs muss mindestens 60 cm von der fertigen Dachtraufe oder der Aussenkante des Daches entfernt stehen. Der oberste Holm muss mindestens 80 cm oberhalb des Dachrandes liegen. Die Abstände zwischen den Holmen oder zwischen den Holmen und Bordbrettern dürfen 50 cm nicht überschreiten.

Arbeits- / Schutzgerüste Gerüst am Dachrand Dachneigung 25° bis 60°: Dachdeckerschutzwand

- An Dachrändern sind ab einer Absturzhöhe von 3 m Massnahmen zu treffen, um Abstürze zu verhindern. - Die Dachdeckerschutzwand ist eine Schutzeinrichtung am Spenglergang. - Der Spenglergang ist maximal 1 m unterhalb der Absturzkante zu erstellen. - Der Belag des Spenglergangs ist für eine dynamische Beanspruchung zu bemessen, wie sie zum Beispiel bei einem Sturz vom Dach auftreten kann. - Die Dachdeckerschutzwand muss mindestens 60 cm von der fertigen Dachtraufe entfernt stehen. Der oberste Holm muss mindestens 80 cm oberhalb des Dachrandes liegen. - Oberhalb der Traufe oder des Dachrandes dürfen keine Öffnungen von mehr als 25 cm Höhe vorhanden sein. - Unterhalb der Traufe oder des Dachrandes dürfen keine Öffnungen von mehr als 100 cm2 vorhanden sein. - Dachdeckerschutzwände sind vom Gerüsthersteller nachweislich gemäss SN EN 13374 geprüft. - Schutznetze oder Metallgitter sind nach Herstellerangaben montiert (keine Montage mit Kabelbindern, ausser der Hersteller sieht dies vor). - Dachdeckerschutzwand erfüllt Schutzfunktion auch für die höchstgelegenen Arbeitsstandorte, z. B. auf Schleppgauben oder Lukarnen, die nahe an der Traufe liegen. - Zusätzliche Rückverankerung bei Dachdeckerschutzwänden, die höher als 2,0 m sind.

Arbeits- / Schutzgerüste Gerüst am Dachrand Giebelseite ohne Arbeitsraum

- An giebelseitigen Dachrändern sind ab einer Absturzhöhe von 3 m Massnahmen zu treffen, um Abstürze zu verhindern. - An giebelseitigen Dachrändern sind ein Geländer und ein Zwischenholm anzubringen, gleichwertige Massnahmen sind ebenfalls gestattet.

Arbeits- / Schutzgerüste Fassadengerüst Schweres Arbeitsgerüst (Maurergerüst)

- Wird bei Hochbauarbeiten die Absturzhöhe von 3 m überschritten, so ist ein Fassadengerüst zu erstellen. - Nach Fertigstellung des Kellergeschosses, müssen umgehend die Hinterfüllungsarbeiten ausgeführt werden, damit das Gerüst vor Aufnahme der Arbeiten im 1. OG gestellt werden kann. - Der oberste Geländerholm muss die höchste Absturzkante immer um mindestens 80 cm überragen. - Der Abstand des Belags zur Fassade darf in keiner Bauphase 30 cm übersteigen. Das ist in der Bauablaufplanung zu berücksichtigen. - Je nach Art des Bauwerks und des Bauablaufs sind Konsolgänge oder doppelte Innengeländer (ab einer Absturzhöhe von 2 m ins Gebäudeinnere) erforderlich.

Arbeits- / Schutzgerüste Fassadengerüst Besonders schweres Arbeitsgerüst (Steinhauergerüst)

- Wird bei Hochbauarbeiten die Absturzhöhe von 3 m überschritten, so ist ein Fassadengerüst zu erstellen. - Nach Fertigstellung des Kellergeschosses, müssen umgehend die Hinterfüllungsarbeiten ausgeführt werden, damit das Gerüst vor Aufnahme der Arbeiten im 1. OG gestellt werden kann. - Der oberste Geländerholm muss die höchste Absturzkante immer um mindestens 80 cm überragen. - Der Abstand des Belags zur Fassade darf in keiner Bauphase 30 cm übersteigen. Das ist in der Bauablaufplanung zu berücksichtigen. - Je nach Art des Bauwerks und des Bauablaufs sind Konsolgänge oder doppelte Innengeländer (ab einer Absturzhöhe von 2 m ins Gebäudeinnere) erforderlich.

Absturzsicherung bauseits Geländerholm

- Bei Verkehrswegen im Bereich von Gewässern oder Böschungen und einer Absturzhöhe von mehr als 2 m reicht ein Geländerholm. Bei Arbeitsplätzen ist ein Seitenschutz erforderlich. - Im Gebäudeinnern sind bei Böden Niveauunterschiede von mehr als 50 cm mit einem Geländerholm abzuschranken.

Absturzsicherung bauseits Durchbruchsichere und unverrückbare Abdeckung

- Bodenöffnungen müssen mit einer durchbruchsicheren und unverrückbaren Abdeckung gesichert werden. - Wenn Holz verwendet wird, müssen Gerüstbretter verwendet werden (keine Schaltafeln). - Das Holz darf keine sichtbaren Schäden wie Risse oder Löcher aufweisen. - Die Tragfähigkeit muss jederzeit gewährleistet sein. - Grosse Bodenöffnungen werden mit einem Seitenschutz gesichert.

Absturzsicherung bauseits Liftschachtgerüst

- Das für Liftschachtgerüste eingesetzte Holz muss mindestens der Festigkeitsklasse C 24 entsprechen (niemals Schaltafeln als Gerüstbelag verwenden). - Die Gerüstbretter müssen vollflächig auf die Kanthölzer oder Schalungsträger genagelt oder verschraubt werden. - Der Wandabstand darf 30 cm nicht überschreiten. - Die Gerüstbretter müssen so versetzt werden, dass sie beidseitig max. 8 cm über die Träger hinausragen (keine Brettfallen). - Die tragenden Elemente müssen korrekt dimensioniert werden (siehe Merkblatt unter Medien und Downloads). - Die Auflager müssen genügend tragfähig sein und die zum Gerüst passende Grösse aufweisen. - Um die Belastung der Gerüstbeläge mit dynamischen Kräften zu verhindern, sind die Liftschachtgerüste, wenn möglich, jeweils auf dem Niveau der Geschossdecke zu erstellen.

Absturzsicherung bauseits Seitenschutz für Liftschacht- und Wandöffnungen

- Der Seitenschutz ist so hoch zu bauen, dass der Abstand zwischen Unterkante Sturz und Oberkante Geländerholm maximal 47 cm beträgt. Auch in den übrigen Bereichen darf der vertikale Abstand zwischen den Bauteilen maximal 47 cm betragen. - Die Bauteile des Seitenschutzes müssen so beschaffen sein, dass sie bei Bedarf einfach demontiert, aber mit ebenso einfachen Mitteln rasch und stabil wieder montiert werden können. - Die Liftschacht- oder Wandöffnung kann auch mit Auffangnetzen oder Sonderkonstruktionen gesichert werden.

Absturzsicherung bauseits Fanggerüst

- Das Fanggerüst muss so angebracht werden, dass die Absturzhöhe je nach Situation höchstens 2,0 m oder 3,0 m beträgt. - Die Beläge des Fanggerüsts müssen für eine dynamische Beanspruchung bemessen sein (Fallversuche 100 kg/Fallhöhe 3,5 m). - Sturzseitig muss ein Seitenschutz angebracht werden. - Auf dem Fanggerüst und auf der darunterliegenden Betondecke darf kein Material herumliegen oder gelagert werden.

Absturzsicherung bauseits Geländerholm mit rot-weissen Absperrlatten

- Bei Verkehrswegen im Bereich von Gewässern oder Böschungen und einer Absturzhöhe von mehr als 2 m reicht ein Geländerholm. Bei Arbeitsplätzen ist ein Seitenschutz erforderlich. - Im Gebäudeinnern sind bei Böden Niveauunterschiede von mehr als 50 cm mit einem Geländerholm abzuschranken. - Rot-weisse Absperrlatten haben einen kleineren Querschnitt als die gebräuchlichen Holzlatten für den Seitenschutz. Deshalb sind sie weniger stabil und erfordern einen geringeren Pfostenabstand. - Der maximale Pfostenabstand beträgt 2,1 m.

Arbeits- / Schutzgerüste Gerüst am Dachrand Giebelseite mit Arbeitsraum

- An giebelseitigen Dachrändern sind ab einer Absturzhöhe von 3 m Massnahmen zu treffen, um Abstürze zu verhindern. - An giebelseitigen Dachrändern sind ein Geländer und ein Zwischenholm anzubringen, gleichwertige Massnahmen sind ebenfalls gestattet.

Arbeits- / Schutzgerüste Gerüstzugänge

- Mindestens ein regelkonformer Treppenaufgang pro Gebäude erstellen. - Für jeden Arbeitsplatz auf dem Gerüst ist in höchstens 25 m Entfernung ein Zugang zu erstellen. - Durchgehende Treppenläufe über maximal zwei Gerüstgänge ausführen. - Sicherer Zugang auf alle Belagsebenen (so dass z. B. kein Übersteigen der Geländer notwendig ist) vorsehen. - Die Trittflächen müssen rutschhemmend sein. - Leitern als Aussenaufstieg nur im Ausnahmefall verwenden (max. bis zu einer Absturzhöhe von 5 m).